Anbernic RG Rotate: Drehendes Display, verstecktes Gamepad – der mutigste Handheld des Jahres?
Der Anbernic RG Rotate ist geleakt: Ein quadratisches Display, das sich dreht und ein vollständiges Gamepad freigibt. Release-Gerüchte deuten auf Mai 2026.
Anbernic macht in diesem Jahr vieles – aber selten etwas wirklich Überraschendes. Clamshell-Geräte, vertikale Formfaktoren, GBA-SP-Klone. Alles solide, alles erwartbar. Und dann taucht plötzlich ein Gerät auf, das aussieht, als hätte jemand ein Motorola Flipout aus dem Jahr 2010 und einen Retro-Handheld in einen Topf geworfen – und das Ergebnis ist tatsächlich interessant.
Der Anbernic RG Rotate ist geleakt. Und er dreht buchstäblich den Retro-Handheld-Markt auf den Kopf.
Wie kam das Gerät ans Licht?
Die Geschichte der Leaks ist fast genauso spannend wie das Gerät selbst. Mitte März 2026 tauchte erstmals ein unscharfes Foto eines unbekannten Anbernic-Handhelds auf – quadratisches Display, keine sichtbaren Buttons, merkwürdige Proportionen. Die Community rätselte.

Anfang April dann mehrere Videos auf dem chinesischen Videoportal Bilibili, veröffentlicht vom Nutzer Handheld Penguin. Stark komprimiert, kaum Details erkennbar – aber genug, um das Prinzip zu verstehen: Das Display dreht sich. Darunter verstecken sich die Bedienelemente.
Am 3. April folgte schließlich das entscheidende Bild: Ein hochauflösendes Foto der Rückseite des Geräts, geleakt im Open Source Handheld Game Forum. Darauf deutlich lesbar: RG Rotate. Name bestätigt. Gleichzeitig wurde ein weiterer Bilibili-Video-Titel bekannt, der angeblich lautete: „According to rumors, it's expected to launch in May."


Anbernic selbst hat das Gerät bisher nicht offiziell kommentiert.
Das Konzept: Motorola Flipout trifft Retro-Emulator
Das Herzstück des RG Rotate ist sein Alleinstellungsmerkmal: ein quadratisches Display im 1:1-Format, das sich physisch um 90 Grad dreht – und dabei ein vollständiges Gamepad-Layout freigibt. D-Pad, ABXY-Buttons, Schultertasten, Funktionstasten – alles verborgen hinter dem Display, bis man es aufklappt.
Der Vergleich mit dem Motorola Flipout MB511 aus dem Jahr 2010 liegt auf der Hand – das damalige Android-Smartphone hatte ein ähnliches Dreh-Slide-Mechanismus. Dass Anbernic diesen Ansatz jetzt in die Retro-Gaming-Welt überträgt, ist nicht nur mutig, sondern für die Szene schlicht neu. Kein anderer Hersteller hat bisher in diesem Preissegment etwas Vergleichbares versucht.
Was bisher bekannt ist
Anbernic veröffentlicht seine Specs traditionell auf der Rückseite der Geräte – und genau dieses Foto hat die meisten gesicherten Informationen geliefert:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Display | Quadratisch, 1:1-Format (Größe noch unklar) |
| Akku | 2.000 mAh, 3,8V |
| Laden | 10W (5V/2A) – schneller als ältere Modelle |
| Betriebssystem | Vermutlich Android |
| Emulation | N64 laut Leak-Videos bestätigt |
| Anschlüsse | USB-C (oben), 3.5mm Klinke, MicroSD |
| Extras | MP3-Player-Funktion gesichtet |
| Preis | Gerüchte: 75–99 $ |
| Release | Gerüchte: Mai 2026 |
Was noch nicht bekannt ist: Chipset, genaue Displaygröße, Auflösung, RAM, Speicher und offizieller Preis.
Der Akku – kleiner als erwartet, aber besser geladen
2.000 mAh klingt auf den ersten Blick bescheiden – und ist tatsächlich kleiner als beim RG34XX SP oder RG35XX SP. Dafür unterstützt der RG Rotate 10W-Laden bei 5V/2A, was eine direkte Verbesserung gegenüber günstigeren Anbernic-Modellen ist, die bei 5V/1.5A deckeln. Das Ladesystem war in der Vergangenheit ein häufiger Kritikpunkt – hier scheint Anbernic gezielt nachgebessert zu haben.
Warum das Gerät trotz Skepsis echtes Potenzial hat
Ja, 2.000 mAh ist nicht viel. Ja, der Chipset ist noch unbekannt. Und ja, ein drehender Mechanismus ist ein Verschleißrisiko. Aber:
Das Konzept hat echte Stärken. Im zugeklappten Zustand ist der RG Rotate ein kompaktes, quadratisches Gerät, das in jede Hosentasche passt – kein herausstehendes Gamepad, keine freiliegenden Buttons. Erst beim Aufdrehen entfaltet sich der vollständige Controller. Das ist konsequent gedacht und hat einen klaren EDC-Charakter, der an den Miyoo Mini erinnert – nur eben mit einem komplett anderen Ansatz.
Dass N64-Emulation in den Leak-Videos funktioniert hat, deutet außerdem auf einen Chip hin, der über das Budget-Segment hinausgeht. Anbernic Cube oder ähnliche Geräte mit dem Unisoc T820 schaffen das problemlos – ein vergleichbarer Chip wäre eine vernünftige Wahl.
Und der Preis: Wenn Anbernic das Gerät unter 99 Dollar halten kann, wäre das für diesen Formfaktor bemerkenswert fair.
Anbernic beweist: 2026 ist das Jahr der Experimente
Das Interessante am RG Rotate ist nicht nur das Gerät selbst – es ist das Signal dahinter. Anbernic hat in letzter Zeit mit vielen Formfaktoren experimentiert: dem RG Slide (PSP Go-Stil), dem RG Cube (1:1-Display, stationär), dem RG DS (Dual-Screen à la Nintendo DS) und jetzt dem RG Rotate. Die Company, die lange vor allem für zuverlässige, aber vorhersehbare Designs bekannt war, traut sich gerade viel.
Ob das RG Rotate funktioniert, hängt von Details ab, die wir noch nicht kennen. Aber als Konzept ist es das Interessanteste, was aus Shenzhen seit Langem durchgesickert ist.
Wir bleiben dran. Sobald Anbernic offiziell spricht, berichten wir sofort.
Quellen
Alle Angaben basieren auf Leaks – keine offizielle Bestätigung durch Anbernic.

Kev
Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit Technik, Gadgets und allem, was sich im Retro-Bereich tut. Handhelds, ausgefallene Gadgets und Kram aus meiner Vergangenheit – genau das treibt mich an. Neben Gadget Kompass betreibe ich den YouTube-Kanal Kevs Techupdate, wo ich all das auch im Video-Format aufbereite.



